cafe creme

Café Crème: Was ist das & wie unterscheidet er sich vom Kaffee?

Martina Krueger
Kaffeeexperte & Barista

Du erhältst hier einen klaren Überblick zum Begriff café crème und was ihn vom klassischen kaffee trennt.

Der Stil kommt ursprünglich aus der Schweiz. Er wird unter Druck gebrüht und ähnelt in der Zubereitung einem Espresso, liefert aber eine große Tasse.

Als Alternative zum Filterkaffee zeigt er einen wichtigen Unterschied: Es entsteht eine sichtbare crema, die bei Filterverfahren fehlt.

Der Geschmack kann von mild bis vollmundig reichen. Das macht die Sorte flexibel für den täglichen Genuss.

Du lernst hier, wann ein Getränk als cafe creme gilt und welche Geräte du brauchst, um zu Hause eine zuverlässige Tasse zuzubereiten.

Was ist Café Crème? Herkunft, Begriff und Einordnung

Diese Tassenart verbindet Espresso-Technik mit größerem Volumen. Die Bezeichnung café crème kommt aus der Schweiz und heißt dort oft Schümli. Historisch bezog sich der Name teils auf zugesetzten Rahm, heute meint er vor allem die sichtbare crema und die Art der Extraktion.

Bei der Zubereitung wird nicht gefiltert, sondern mit der Espressomethode unter hohem Druck extrahiert. Das Ergebnis ist eine größere Tasse, die geschmacklich zwischen Espresso und Filterkaffee liegt.

café crème

Für eine Café Crème verwendet man etwa die vierfache Wassermenge eines Espressos. Dieses „viermal wasser“ wird direkt extrahiert, nicht durch Verdünnen wie beim Americano.

  • Schweizer Ursprung: Schümli / Caffè Creme.
  • Espressomethode statt Filterkaffee: Druck statt Tropf.
  • Mehr Wasser, aber gleiche Extraktionsart — der entscheidende Unterschied.
Merkmal Espresso Café Crème Filterkaffee
Wassermenge 25–40 ml ~100–130 ml (viermal) 200–300 ml
Extraktion Unter Druck Unter Druck Perkolation / Filter
Crema stark sichtbar keine
Geschmack intensiv ausgewogen klarer, leichter

Crema, Aroma und Geschmack: Woran du einen guten Café Crème erkennst

Die crema verrät oft als Erstes, ob dein Getränk technisch gelungen ist. Schau auf Farbe und Dichte: hell- bis goldbraun und feinporig ist ideal.

Eine schöne crema bleibt stabil und löst sich nicht sofort auf. Sie zeigt, dass Fettanteile und Druck zusammengearbeitet haben. Fehlt die Dichte, können alte Bohnen oder ein falscher Mahlgrad schuld sein.

crema

Farbe, Dichte und Konsistenz

Die Schicht sollte fest wirken und den Espresso-bezogenen Körper krönen. Sehr dunkle, schnell zerfallende Creme deutet auf Überextraktion hin.

Aromenprofil: Balance und Mundgefühl

Im aroma erwartest du eine Balance aus süße und feiner Bitterkeit. Der geschmack ist runder als bei Filterkaffee, aber weniger konzentriert als reiner espresso.

Prüfpunkt Erwartung Bedeutung
Farbe Hell- bis goldbraun Frische & richtige Röstung
Dichte Feinporig, stabil Gute Extraktion, ev. Robusta-Anteil
Aroma Mild–vollmundig Arabica prägt Duft, Robusta die Crema

Bohnenwahl, Röstung und Mahlgrad für Café Crème

Mit der richtigen Bohnenmischung legst du die Basis für ein ausgewogenes Getränk. Viele Röster kombinieren arabica und Robusta: Arabica bringt süße, fruchtige Noten, Robusta verstärkt Körper und sorgt für eine stabile crema.

Bevorzuge helle bis mittlere Röstungen. Sie bewahren feine Nuancen und die angenehme Süße, die bei längeren Extraktionen erhalten bleiben muss. Dunkle Röstungen können schnell Bitterkeit liefern.

mahlgrad

Mahlgrad richtig wählen

Stelle den mahlgrad feiner als beim Filterkaffee, aber gröber als für Espresso ein. So erreichst du eine gleichmäßige Extraktion ohne zu hohe Bitterkeit.

Achte darauf, nicht zu fein zu mahlen. Ein zu feiner Mahlgrad führt zu Überextraktion, dunkler Crema und unangenehmer Bitterkeit.

  • Wähle frische, nicht überröstete Kaffees, damit die Aromen erhalten bleiben.
  • Passe den Mahlgrad je nach Bohne und Röstprofil schrittweise an.
  • Speichere erfolgreiche Einstellungen, um konsistente Ergebnisse zu bekommen.

Zubereitung mit der Siebträgermaschine: Rezept, Druck und Durchlaufzeit

Für die perfekte Zubereitung mit der Siebträgermaschine kommt es auf exakte Mengen und klaren Ablauf an.

siebträgermaschine zubereitung

Rezeptur auf einen Blick

Starte mit bewährten Richtwerten: 17 g kaffeemehl und etwa 120–130 ml wassermenge bei 92–96 °C.

Diese Menge ergibt eine größere Tasse café crème, die direkt nach der espressomethode extrahiert wird.

Druck und Durchlaufzeit

Beziehe unter rund 9 bar druck. Die ideale durchlaufzeit liegt bei etwa 25–30 sekunden.

So vermeidest du Unter- oder Überextraktion und erhältst Balance zwischen Körper und Aroma.

Feinabstimmung: Tamping, Mahlgrad und Crema-Farbe verstehen

Mahle fein, aber etwas gröber als für normale espressos. Achte beim Tampen auf gleichmäßigen Druck, damit das kaffeemehl gepresst eine homogene Puck-Struktur bildet.

  • Zu dunkle, zähe crema → Mahlgrad feiner oder zu lange durchlaufzeit prüfen.
  • Zu schneller Fluss → etwas feiner mahlen oder dichter tampen.
  • Extrahiere direkt in die Tasse, nicht mit heißem wasser verlängern; das unterscheidet den Bezug vom Americano.

Übertrage diese Parameter bei Bedarf auf kaffeevollautomaten oder vollautomaten-Profile, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.

cafe creme im Vollautomaten: Einstellungen und Praxis

Moderne Geräte liefern auf Tastendruck konstante Ergebnisse, wenn du sie richtig einstellst.

kaffeevollautomaten

Bohnen und Programme: Nutze helle bis mittlere Röstungen und wähle in den vollautomaten ein Profil für längere Bezüge. So mahlt das Gerät frisch und brüht direkt. Speicheroptionen helfen, die Zubereitung zu standardisieren.

Bohnen und Programme: Konstante Qualität auf Knopfdruck

Stelle im Menü die passende menge pro Bezug ein. Achte darauf, dass der Mahlgrad etwas gröber als für Espresso ist. Das sorgt für eine gleichmäßige Extraktion und eine schöne crema.

Parameter im Check: Wassermenge, Temperatur und Mahlgrad im Alltag

Kontrolliere wassermenge, Temperatur und Durchlaufzeit in den ersten sekunden. Ein gleichmäßiger Fluss und cremige Textur zeigen gute Einstellungen.

  • Passe Mahlgrad in kleinen Schritten an.
  • Verwende die Heißwasser-Funktion nicht zur Verdünnung mit heißem wasser.
  • Bewerte den Geschmack in der Tasse und speichere erfolgreiche Einstellungen.
  • Reinige den Automaten regelmäßig, damit Öle die Crema-Qualität nicht beeinträchtigen.
Parameter Empfehlung Warum
Mahlgrad Feiner als Filter, gröber als Espresso Vermeidet Über- oder Unterextraktion
Wassermenge ~100–130 ml pro Bezug (justierbar) Stimmt Tassenfüllung und Körper ab
Temperatur 92–96 °C Hält Aromen balanciert
Programme Profil speichern Konstante Zubereitung auf Knopfdruck

Weitere praktische Hinweise zur Zubereitung Café Crème findest du bei spezialisierten Anleitungen.

Unterschiede zu Kaffee-Varianten: Filterkaffee, Americano und Lungo

Kurz gesagt: Nicht jede verlängerte Tasse entsteht gleich — Extraktion und Technik entscheiden.

unterschied kaffeetypen

Café Crème vs. Filterkaffee

Filterkaffee wird ohne Druck gebrüht und zeigt keine Crema. Das Ergebnis ist ein klareres, meist leichteres Aroma.

Café Crème entsteht unter Druck; das kaffeemehl gepresst liefert eine sichtbare Krone und mehr Körper. Deshalb schmeckt er oft voller als Filterkaffee.

Café Crème vs. Americano

Ein Americano ist ein Espresso, der mit heißem wasser verlängert wird. Die Verdünnung verändert Mundgefühl und Temperatur.

Im Gegensatz dazu wird das Café Crème direkt mit größerer wassermenge extrahiert (Faustwert: viermal wasser). Das sorgt für eine andere Balance ohne nachträgliche Verdünnung.

Café Crème vs. Lungo

Beim Lungo nutzt du denselben Mahlgrad wie für Espresso, lässt aber die Extraktion länger laufen. Mehr wasser trifft so auf feiner gemahlenes Kaffeemehl.

Das Ergebnis ist milder, wirkt aber oft bitterer als Café Crème oder Filterkaffee. Die durchlaufzeit entscheidet hier über Bitterkeit und Körper.

Begriffsklärung: Kaffee als Oberbegriff

Kaffee ist der Oberbegriff. Die Tasse und der Bezug bestimmen den Charakter des Getränks.

Nutze diese Unterschiede als Entscheidungshilfe: Direkt extrahiert = mehr Körper; verdünnt = andere Temperatur; längere Extraktion = mögliche Bitterkeit.

Variante Extraktion Wassermenge / Tasse Typischer Effekt
Filterkaffee Ohne Druck / Filter 200–300 ml Klares, leichtes Aroma
Café Crème Unter Druck / gepresst ~100–130 ml (viermal wasser als Faustwert) Ausgewogen, volle Crema
Americano Espresso + heißes wasser Variabel (verlängert) Verdünntes Aroma, andere Temperatur
Lungo Espresso-Mahlgrad, längere Durchlaufzeit Mehr als Espresso, weniger als Filter Milder, tendenziell bitterer

Mehr Details zu Unterschieden findest du in diesem kurzen Überblick zur Auswahl: verschiedene Kaffees – was ist der Unterschied

Typische Fehler vermeiden, praktische Tipps und Serviervorschläge

Viele Fehler lassen sich mit simplen Anpassungen an Mühle und Maschine vermeiden. Schau zuerst auf den mahlgrad und den Fluss in den ersten Sekunden.

crema café

Zu feiner Mahlgrad, dunkle Crema, Bitterkeit: So korrigierst du

Ist die Crema sehr dunkel und der Geschmack bitter, stell den Mahlgrad etwas gröber. Prüfe die Bezugszeit und reduziere sie bei Überextraktion.

Vermeide alte Bohnen: sie schwächen die crema und den Gesamteindruck in der tasse. Nutze helle bis mittlere Röstungen für eine schöne crema und klarere Aromen.

Teste Arabica-dominierte Mischungen für Süße oder mehr Robusta für mehr Textur. Reinige Mühle und Maschine regelmäßig, damit Öle nicht ranzig werden.

Servieren: Pur, mit Milch oder Zucker in der normalen Kaffeetasse

Serviere deinen café crème pur oder, je nach Vorliebe, mit milch oder zucker in einer normalen tasse kaffee. Wärm die Tasse vor, damit Temperatur und Textur stabil bleiben.

Am vollautomaten reichen oft kleine Anpassungen der Mahlstufe und Bezugslänge, um gleichbleibende Qualität im Alltag zu sichern. Prüfe Flussbild und Farbe in den ersten Sekunden und justiere bei Bedarf.

  • Gröber mahlen bei Bitterkeit.
  • Helle bis mittlere Röstung wählen.
  • Frische Bohnen bevorzugen.
  • Regelmäßig reinigen und Einstellungen speichern.

Fazit

Zum Schluss hilft dir ein kurzer Überblick, die richtigen Parameter für eine stabile crema zu merken. Eine echte café crème ist eine eigene Art der Zubereitung: direkt unter Druck extrahiert, größere Tasse, voller Körper.

Merke dir die Praxiswerte: rund 17 g kaffeemehl, 120–130 ml wasser, 92–96 °C und etwa 25–30 Sekunden bei 9 bar. Diese Einstellungen sichern Konsistenz im geschmack und im aroma.

Der entscheidende unterschied kaffee liegt darin, dass hier nicht verdünnt, sondern mit mehr wassermenge extrahiert wird — anders als Americano, nicht wie filterkaffee. Passe Röstung und mahlgrad an, dann erreichst du zu Hause zuverlässig eine harmonische Tasse.

FAQ

Was ist ein Café Crème und wie unterscheidet er sich vom normalen Kaffee?

Ein Café Crème wird unter Druck wie ein Espresso extrahiert, kommt aber in einer größeren Tasse und mit mehr Wasser. Dadurch liegt er geschmacklich zwischen Espresso und Filterkaffee: er hat mehr Körper und oft eine feine Crema, schmeckt aber milder als ein kurzer Espresso.

Woher stammt der Begriff Café Crème?

Der Begriff geht auf die Schweiz und Regionen Mitteleuropas zurück, wo Varianten wie Schümli oder Caffè Creme beliebt sind. Die Zubereitungsart ähnelt der Espressomethode, nicht dem klassischen Filter.

Warum entsteht beim Café Crème eine Crema und worauf solltest du achten?

Crema entsteht durch hohen Druck und fein verteilte Öle im Extrakt. Achte auf eine gleichmäßige, hellbraune bis goldene Schicht mit feiner Konsistenz — sie signalisiert gute Extraktion und Aroma.

Welche Bohnen eignen sich am besten für einen Café Crème?

Mischungen aus Arabica und Robusta sind verbreitet, weil sie Aromen und Crema verbinden. Arabica liefert Säure und Feinheit, Robusta kräftigere Crema und mehr Körper.

Welche Röstung passt für dieses Getränk?

Helle bis mittlere Röstungen eignen sich gut, da sie mehr Aromen und Säuren bewahren und den Geschmack lebendig halten. Zu dunkle Röstungen können Bitterkeit und Röstaromen dominieren.

Welcher Mahlgrad ist ideal für Café Crème?

Wähle einen Mahlgrad, der gröber als für Espresso, aber feiner als für Filterkaffee ist. So erhältst du eine ausgewogene Durchlaufzeit und vermeidest über- oder unterextrahierte Noten.

Welche Rezeptur und Temperatur nutzt du bei der Siebträgermaschine?

Ein gängiges Rezept sind etwa 17 g Kaffee auf 120–130 ml Wasser bei 92–96 °C. Das liefert eine ausgewogene Extraktion mit guter Crema und Aroma.

Welcher Druck und welche Durchlaufzeit sind empfehlenswert?

Ziel sind rund 9 bar und eine Durchlaufzeit von 25–30 Sekunden. Kleinere Anpassungen bei Druck, Menge oder Mahlgrad helfen, Geschmack und Crema zu optimieren.

Wie feinjustierst du Extraktion, Tamping und Crema-Farbe?

Variiere zunächst den Mahlgrad, dann das Tampen (gleichmäßiger Druck) und beobachte Farbe sowie Crema. Zu feiner Mahlgrad ergibt dunkle Crema und Bitterkeit; zu grob führt zu wässriger Tasse.

Kannst du Café Crème im Vollautomaten zubereiten?

Ja. Moderne Vollautomaten bieten Programme und einstellbare Parameter wie Mahlgrad, Wassermenge und Temperatur, die eine konstante Qualität ermöglichen. Achte auf frische Bohnen und regelmäßige Reinigung.

Worin unterscheiden sich Café Crème und Filterkaffee konkret?

Hauptunterschied ist der Zubereitungsweg: Café Crème wird unter Druck extrahiert, Filterkaffee durch Schwerkraft oder Durchlauf. Das beeinflusst Crema, Körper und Aromendichte.

Wie unterscheidet sich Café Crème von einem Americano oder Lungo?

Ein Americano ist ein Espresso, der mit heißem Wasser verlängert wird; beim Café Crème wird von vornherein mehr Wasser durch das Kaffeemehl geführt. Ein Lungo verwendet meist ähnlichen Mahlgrad wie Espresso, aber mehr Wasser — das kann bitterer werden.

Welche typischen Fehler passieren bei der Zubereitung und wie behebst du sie?

Zu feiner Mahlgrad, zu starke Röstung oder falsches Tampen führen zu bitterem, dunklem Ergebnis. Bessere Balance erreichst du durch gröber mahlen, hellere Röstung oder gleichmäßiges Anpressen.

Wie servierst du einen Café Crème am besten?

Klassisch servierst du ihn pur in einer normalen Kaffeetasse. Du kannst Milch oder Zucker anbieten, wenn du milde Süße oder Cremigkeit bevorzugst.

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