was ist cold brew

Was ist Cold Brew? Zubereitung & Unterschied zu Eiskaffee

Martina Krueger
Kaffeeexperte & Barista

Cold Brew bezeichnet eine besondere Art der Kaffeezubereitung, bei der grob gemahlener kaffee über viele Stunden in kaltem wasser extrahiert wird.

Die Methode arbeitet ohne Erhitzen. Du lässt die Bohnen meist 12–24 Stunden ziehen. Dadurch entsteht ein mild-aromatisches getränk mit weniger Säuren und Bitterstoffen.

Der geschmack wirkt klarer und sanfter als bei heiß gebrühtem Kaffee. Diese schonende extraktion betont feine Aromen und sorgt für ein erfrischendes Trinkerlebnis.

Im Alltag eignet sich die Zubereitung für heiße Tage und als Meal-Prep. Du kannst trinkfertigen Cold Brew oder ein Konzentrat herstellen und später mischen.

In diesem Guide bekommst du Definition, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, Unterschiede zu Eiskaffee, Mengen, Zeiten und einfache Equipment-Tipps. So lernst du, warum kalte Extraktion sensorisch andere Ergebnisse liefert.

Was ist Cold Brew? Deine kurze Definition und die wichtigsten Vorteile

Grob gemahlener Kaffee zieht über 12–24 Stunden in kühlem Wasser und liefert ein sehr mildes, aromatisches Ergebnis.

cold brew kaffee

Definition

Cold Brew bezeichnet Kaffee, der in kaltem wasser extrahiert wird. Die lange Kontaktzeit löst vor allem süße und nussige aromen, während Säuren und Bitterstoffe nur wenig übergehen.

Vorteile

  • Weniger Säure: Bekömmlicher für empfindliche Mägen.
  • Volle Aromen: Klare, weiche Süße ohne starke Bitterkeit.
  • Vielseitigkeit: Pur, mit Milch oder als Basis für Mixgetränke.

„Langsame Extraktion belohnt Geduld: mehr Nuancen, weniger Schärfe.“

Eigenschaft Effekt Empfehlung
Ziehzeit 12–24 Stunden Geduld zahlt sich aus
Mahlgrad Grob Filter leicht
Brew Ratio 1:8–1:10 trinkfertig Für Konzentrat 1:2
Serviervarianten Pur, mit Milch, Mixgetränke Experimentieren erlaubt

Als schneller Startpunkt findest du ein einfaches Rezept-Grundgerüst, das du später an Geschmack und Verhältnis anpassen kannst.

Cold Brew Zubereitung: Schritt-für-Schritt vom Verhältnis bis zur Extraktion

Gutes Ergebnis beginnt mit dem richtigen Mischverhältnis und einem groben Mahlgrad. Im Kern brauchst du nur drei Dinge: passende kaffeebohnen, sauberes wasser und Zeit.

cold brew zubereitung

Brew Ratio

Für trinkfertigen Cold Brew empfehlen sich 1:8–1:10 (z. B. 100–125 g kaffeebohnen pro Liter kaltes wasser). Für ein Konzentrat nimm etwa 1:2 (z. B. 500 g auf 1 Liter).

Mahlgrad und Bohnenwahl

Mahle grob, ähnlich grobem Meersalz. So vermeidest du unerwünschte Bitterkeit.

Wähle mittel- bis dunkel geröstete Sorten mit schokoladig-nussigen Noten für ein rundes Profil.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Abmessen: Kaffee und Wasser im gewünschten Verhältnis kombinieren.
  2. Mischen: Grob gemahlene bohnen mit kaltem Wasser in einem glas vereinen und kurz umrühren.
  3. Ziehzeit: 8–12 Stunden für milde Tassen, 12–24 Stunden für intensivere Aromen.
  4. Filtern: Durch feines Sieb oder Filter abseihen.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Fülle dein Getränk in eine Flasche und lagere es im kühlschrank. Dort bleibt es bis zu einer Woche frisch.

Equipment-Tipps

  • French Press, Hario Cold Brew Bottle oder ein sauberes glas reichen aus.
  • Für Konzentrat plane einen längeren Zeitraum und verdünne später nach Geschmack.
  • Notiere dir dein rezept, Verhältnis und Ziehzeit, damit du Ergebnisse reproduzierbar optimieren kannst.

„Ein klares Verhältnis und saubere Abläufe geben dir konstant gute Ergebnisse.“

Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew und Eiskaffee?

Die Art der Zubereitung entscheidet über Geschmack, Säure und Einsatzbereich deiner Getränke.

Der zentrale unterschied liegt in Temperatur und Zeit. Bei der klassischen kalten Extraktion zieht grob gemahlener Kaffee über viele Stunden in kaltes wasser. So entstehen weiche Aromen mit weniger Säure.

unterschied cold brew

Zubereitung im Vergleich

Eiskaffee entsteht anders: Du brühst heiß, lässt abkühlen oder gibst Eiswürfeln hinzu. Die kurze Hitze löst andere Stoffe, das Ergebnis wirkt frischer, oft säurebetonter.

Ice Brew: schnell und sanft

Bei der Ice-Brew-methode nutzt du 50 % heißes wasser und 50 % Eiswürfeln. Der frische Kaffee tropft direkt auf die Eiswürfel und kühlt sofort ab. Die sofortige Abkühlung stoppt die extraktion und reduziert Bitterkeit.

Cold Drip / Dutch Drip

Als Alternative läuft kaltes Wasser tröpfchenweise durchs Kaffeemehl. Die methode nennt man cold drip oder dutch drip. Sie bietet ein sehr klares, konzentriertes Profil und eignet sich für Experimentierfreudige.

  • Auf den Punkt: Unterschied cold brew vs. Eiskaffee betrifft Temperatur, Geschwindigkeit und Sensorik.
  • Wann wählen? Vorrat und maximale Milde: cold brew. Schnell & sanft: Ice Brew. Technik-Fans: Cold Drip/Dutch Drip.

„Temperatur und Zeit bestimmen, was dein Glas am Ende schmeckt.“

Herkunft und Geschichte: Vom 17. Jahrhundert bis zum Trendgetränk heute

Historisch beginnt die Geschichte im 17. Jahrhundert, mit Schiffen, Türmen und langsamer Tropfkunst.

Im 17. jahrhundert nutzten niederländische Seefahrer kalte Extraktion, um kaffee ohne offene Flamme haltbar zu machen. Diese praktische Art der Aufbewahrung half auf langen Fahrten.

cold brew herkunft

Kyoto-Style und maritime Wurzeln

Parallel entstand in Japan der berühmte Kyoto-Style: filigrane Türme, in denen wasser tröpfchenweise stundenlang durch Kaffeemehl läuft.

Diese Technik gilt als frühe Form von cold drip und dutch drip. Sie beeinflusst noch heute die kunstvolle Seite der kaffeezubereitung.

Weg in die Moderne

In den letzten Jahrzehnten professionalisierten Coffeeshops in den USA das Getränk und machten es zum globalen Trend.

  • Du erfährst, woher kommt die Methode historisch.
  • Du siehst, wie Handel und Technik die heutige art der Zubereitung prägten.
  • Bestimmte kaffeesorten aus Brasilien, Kolumbien oder Äthiopien zeigen im Kaltaufguss besondere Nuancen.

„Die Geschichte erklärt, warum es heute von pragmatischen Reise-Setups bis zur filigranen Tropfapparatur viele Stile gibt.“

Fazit: Der historische Beitrag verbindet praktische Erfindung mit ästhetischer Kunst. So ergibt sich die Vielfalt, die du heute im Glas findest.

Geschmack, Extraktion und Koffein: So beeinflussen Zeit und Verhältnis das Ergebnis

Mit wenigen Parametern steuerst du deutlich, wie dein Getränk schmeckt. Die kalte extraktion löst Säuren und Bitterstoffe langsamer. Dadurch wirkt das Ergebnis oft milder und süßlicher.

cold brew geschmack

Säure- und Bitterstoffarmut

Bei niedriger Temperatur gehen säurebildende Verbindungen langsamer ins wasser über. Du merkst weniger Schärfe und mehr harmonische Noten.

Helle kaffeesorten bringen fruchtige Akzente, dunklere kaffeebohnen zeigen eher schokoladig-nussige Töne. Im cold drip kannst du diese Unterschiede sehr klar herausarbeiten.

Koffein: Abhängig von Verhältnis, Zeit und Portion

Koffeingehalt hängt vom verhältnis von kaffee zu wasser, den stunden Ziehzeit und der Portionsgröße ab. 450 ml können etwa 200 mg enthalten, 200 ml Filterkaffee rund 90 mg — Werte variieren stark.

  • Mehr Kaffee im Verhältnis: Intensiveres Ergebnis und mehr Koffein.
  • Längere Ziehzeit: Stärkere Extraktion, aber nicht automatisch mehr Bitterkeit.
  • Wasserqualität: Mittlere Härte und konstante Temperatur liefern reproduzierbare Resultate.

Notiere dein Verhältnis, die Ziehzeit und die Bohnen — so findest du schnell dein Lieblingsprofil.

Servieren und Variationen: Cold Brew pur, mit Milch, Sirup, Sprudel oder Nitro

Mit wenigen Handgriffen bringst du Vielfalt ins Glas und findest deine Lieblingsmischung. Das Getränk funktioniert pur, auf Eis oder als cremige Variante mit Milch und pflanzlichen Alternativen.

Servieren Cold Brew

Pur, auf Eis oder mit Milchalternativen

Serviere das Getränk klassisch im Glas mit Eiswürfeln für Frische. Für eine samtige Note mischst du mit Milch oder Hafermilch.

Tipp: Probiere unterschiedliche Milchsorten, um Cremigkeit und Süße anzupassen.

Nitro: samtige Textur und natürliche Süße

Nitro Cold Brew wird mit Stickstoff versetzt und direkt ins Glas gezapft. Das Ergebnis ist dicht, cremig und leicht süßlich.

Meist serviert man Nitro ohne zusätzliche Milch oder Zucker, da die Textur schon reich wirkt.

Konzentrat als Basis: mischen, dosieren, variieren

Ein Konzentrat (z. B. 1:2) gibt dir Flexibilität. Mische es 1:1 bis 1:3 mit Wasser oder Milch, je nach gewünschter Stärke.

Servierart Empfehlung Verhältnis / Note
Pur im Glas klar, aromatisch direkt, ohne Zusatz
Mit Milch cremig, vollmundig 1 Teil Konzentrat : 2–3 Teile Milch
Mit Sprudel erfrischend, prickelnd 1:1 Konzentrat : Sprudel, nach Geschmack
Nitro seidig, wenig Zucker aus dem Zapfhahn ins Glas

Für Gäste richte ein Tablett mit Sirup, Zesten und Tonics. Mehrere kaffeegetränke lassen sich so schnell variieren. Weitere Anregungen findest du in diesem Beitrag über alles andere als kalter Kaffee.

„Wähle Bohnen mit Schoko- oder Nussnoten, wenn du cremige Varianten bevorzugst.“

Fazit

Am Ende zählt: Geduld bei der Extraktion zahlt sich in klaren aromen und einem milden ergebnis aus. Mit kaltem wasser über viele Stunden erhältst du einen sanften cold brew, den du gern als Vorrat nutzt.

Dokumentiere Ratio, Ziehzeit und Bohnen — so reproduzierst du dein Lieblingsprofil. Im kühlschrank bleibt das ergebnis etwa eine Woche frisch.

Du kannst zwischen trinkfertigem Konzentrat oder fertig gemischtem Cold Brews wählen. Die einfache zubereitung erfordert vor allem Zeit, liefert aber maximalen Geschmack.

Dieser beitrag zeigt dir den Weg, damit du Cold Brew zubereiten lernst und den klaren unterschied zu anderen Kaffeevarianten erkennst.

FAQ

Was ist Cold Brew und wie unterscheidet es sich von Eiskaffee?

Du bereitest Kaffee mit kaltem Wasser über einen längeren Zeitraum zu, statt heiß zu brühen und abzukühlen. Durch die kalte Extraktion entstehen weniger Säuren und Bitterstoffe, das Ergebnis wirkt milder und aromatischer als klassischer Eiskaffee.

Welche Vorteile bietet die Zubereitung mit kaltem Wasser?

Du bekommst ein sanfteres Geschmackserlebnis, stärkere Betonung von süßen und nussigen Noten sowie längere Haltbarkeit im Kühlschrank. Außerdem eignet sich das Getränk vielseitig: pur, auf Eis, mit Milch oder als Konzentrat für Mixgetränke.

Welches Verhältnis solltest du für trinkfertigen Cold Brew verwenden?

Für trinkfertigen Kaffee empfehlen sich Verhältnisse zwischen 1:8 und 1:10 (Kaffee zu Wasser). Für ein Konzentrat nutze etwa 1:2. Danach kannst du das Konzentrat nach Belieben mit Wasser oder Milch strecken.

Wie grob sollten die Bohnen gemahlen sein und welche Sorte passt am besten?

Mahle die Bohnen grob, ähnlich wie für French Press. Wähle säurearme Sorten mit schokoladigen oder nussigen Noten, etwa brasilianische oder kolumbianische Bohnen, um ein rundes Aroma zu erzielen.

Wie läuft die Schritt-für-Schritt-Zubereitung ab?

Mische grob gemahlenen Kaffee mit kaltem Wasser im gewünschten Verhältnis, rühre kurz um, decke das Gefäß ab und lasse es 8–24 Stunden im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur ziehen. Filtere dann durch ein feines Sieb oder Filterpapier und serviere.

Wie lange ist das Getränk haltbar und wie lagerst du es?

Bewahre den filtrierten Kaffee in einem verschlossenen Gefäß im Kühlschrank auf. Haltbarkeit liegt bei bis zu sieben Tagen; frisch schmeckt er in den ersten drei Tagen am besten.

Welches Equipment brauchst du wirklich?

Du benötigst keine Spezialgeräte: Glasbehälter, French Press oder Einmachglas und ein feines Sieb oder Filterpapier genügen. Für Cold Drip bzw. Dutch Drip nutzt du ein Tropfgerät, das langsam Wasser über den Kaffee gibt.

Was bedeutet Ice Brew und wie unterscheidet sich die Methode?

Bei Ice Brew setzt du etwa 50 % heißes Wasser und 50 % Eis ein, sodass der Aufguss schnell abgekühlt wird. Geschmacklich wirkt er sanfter als heiß gebrühter Kaffee, aber die Extraktion erfolgt teilweise mit Hitze, daher unterscheidet er sich vom komplett kalten Verfahren.

Woher stammt die Methode ursprünglich?

Zwei historische Einflüsse prägen die Technik: japanischer Kyoto-Style mit langsamer Tropfextraktion und die niederländischen Seefahrer, die kalte Extraktion an Bord praktizierten. Heute ist die Zubereitung weltweit als Trendgetränk verbreitet.

Wie beeinflussen Ziehzeit und Verhältnis Koffein und Geschmack?

Längere Ziehzeit und höherer Kaffeeanteil erhöhen die Extraktion von Aromastoffen und Koffein. Das Verhältnis bestimmt Stärke und Konzentration; ein Konzentrat enthält dementsprechend mehr Koffein pro Volumen als trinkfertiger Cold Brew.

Wie kannst du das Getränk servieren und variieren?

Serviere pur auf Eis, mit Kuhmilch oder Milchalternativen wie Hafermilch, oder als Sprudel-Mix. Nitro-Varianten werden mit Stickstoff versetzt, erhalten eine samtige Textur und schmecken natürlicher süß. Konzentrat eignet sich außerdem als Basis für Cocktails und Desserts.

Kannst du Cold Brew auch zu Hause ohne Spezialgeräte herstellen?

Ja. Nutze ein Einmachglas oder eine French Press, grob gemahlenen Kaffee, kaltes Wasser und ein Filtermaterial zum Abseihen. Die Methode ist einfach und liefert hochwertige Ergebnisse ohne teure Geräte.

Ähnliche Artikel

arabica oder robusta
Arabica oder Robusta? Der große Geschmacks-Unterschied
Entdecken Sie den Unterschied zwischen Arabica und Robusta. Erfahren Sie, warum Arabica oder Robusta Ihre bessere Wahl ist.

Mehr erfahren

aufbewahrung kaffeebohnen
Aufbewahrung von Kaffeebohnen: So bleibt dein Kaffee frisch
Aufbewahrung von Kaffeebohnen: So bleibt Ihr Kaffee frisch. Entdecken Sie die besten Methoden zur Lagerung Ihrer Kaffeebohnen.

Mehr erfahren

Nach oben scrollen