Cold Brew bezeichnet eine besondere Art der Kaffeezubereitung, bei der grob gemahlener kaffee über viele Stunden in kaltem wasser extrahiert wird.
Die Methode arbeitet ohne Erhitzen. Du lässt die Bohnen meist 12–24 Stunden ziehen. Dadurch entsteht ein mild-aromatisches getränk mit weniger Säuren und Bitterstoffen.
Der geschmack wirkt klarer und sanfter als bei heiß gebrühtem Kaffee. Diese schonende extraktion betont feine Aromen und sorgt für ein erfrischendes Trinkerlebnis.
Im Alltag eignet sich die Zubereitung für heiße Tage und als Meal-Prep. Du kannst trinkfertigen Cold Brew oder ein Konzentrat herstellen und später mischen.
In diesem Guide bekommst du Definition, eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, Unterschiede zu Eiskaffee, Mengen, Zeiten und einfache Equipment-Tipps. So lernst du, warum kalte Extraktion sensorisch andere Ergebnisse liefert.
Was ist Cold Brew? Deine kurze Definition und die wichtigsten Vorteile
Grob gemahlener Kaffee zieht über 12–24 Stunden in kühlem Wasser und liefert ein sehr mildes, aromatisches Ergebnis.

Definition
Cold Brew bezeichnet Kaffee, der in kaltem wasser extrahiert wird. Die lange Kontaktzeit löst vor allem süße und nussige aromen, während Säuren und Bitterstoffe nur wenig übergehen.
Vorteile
- Weniger Säure: Bekömmlicher für empfindliche Mägen.
- Volle Aromen: Klare, weiche Süße ohne starke Bitterkeit.
- Vielseitigkeit: Pur, mit Milch oder als Basis für Mixgetränke.
„Langsame Extraktion belohnt Geduld: mehr Nuancen, weniger Schärfe.“
| Eigenschaft | Effekt | Empfehlung |
|---|---|---|
| Ziehzeit | 12–24 Stunden | Geduld zahlt sich aus |
| Mahlgrad | Grob | Filter leicht |
| Brew Ratio | 1:8–1:10 trinkfertig | Für Konzentrat 1:2 |
| Serviervarianten | Pur, mit Milch, Mixgetränke | Experimentieren erlaubt |
Als schneller Startpunkt findest du ein einfaches Rezept-Grundgerüst, das du später an Geschmack und Verhältnis anpassen kannst.
Cold Brew Zubereitung: Schritt-für-Schritt vom Verhältnis bis zur Extraktion
Gutes Ergebnis beginnt mit dem richtigen Mischverhältnis und einem groben Mahlgrad. Im Kern brauchst du nur drei Dinge: passende kaffeebohnen, sauberes wasser und Zeit.
Brew Ratio
Für trinkfertigen Cold Brew empfehlen sich 1:8–1:10 (z. B. 100–125 g kaffeebohnen pro Liter kaltes wasser). Für ein Konzentrat nimm etwa 1:2 (z. B. 500 g auf 1 Liter).
Mahlgrad und Bohnenwahl
Mahle grob, ähnlich grobem Meersalz. So vermeidest du unerwünschte Bitterkeit.
Wähle mittel- bis dunkel geröstete Sorten mit schokoladig-nussigen Noten für ein rundes Profil.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Abmessen: Kaffee und Wasser im gewünschten Verhältnis kombinieren.
- Mischen: Grob gemahlene bohnen mit kaltem Wasser in einem glas vereinen und kurz umrühren.
- Ziehzeit: 8–12 Stunden für milde Tassen, 12–24 Stunden für intensivere Aromen.
- Filtern: Durch feines Sieb oder Filter abseihen.
Aufbewahrung & Haltbarkeit
Fülle dein Getränk in eine Flasche und lagere es im kühlschrank. Dort bleibt es bis zu einer Woche frisch.
Equipment-Tipps
- French Press, Hario Cold Brew Bottle oder ein sauberes glas reichen aus.
- Für Konzentrat plane einen längeren Zeitraum und verdünne später nach Geschmack.
- Notiere dir dein rezept, Verhältnis und Ziehzeit, damit du Ergebnisse reproduzierbar optimieren kannst.
„Ein klares Verhältnis und saubere Abläufe geben dir konstant gute Ergebnisse.“
Was ist der Unterschied zwischen Cold Brew und Eiskaffee?
Die Art der Zubereitung entscheidet über Geschmack, Säure und Einsatzbereich deiner Getränke.
Der zentrale unterschied liegt in Temperatur und Zeit. Bei der klassischen kalten Extraktion zieht grob gemahlener Kaffee über viele Stunden in kaltes wasser. So entstehen weiche Aromen mit weniger Säure.

Zubereitung im Vergleich
Eiskaffee entsteht anders: Du brühst heiß, lässt abkühlen oder gibst Eiswürfeln hinzu. Die kurze Hitze löst andere Stoffe, das Ergebnis wirkt frischer, oft säurebetonter.
Ice Brew: schnell und sanft
Bei der Ice-Brew-methode nutzt du 50 % heißes wasser und 50 % Eiswürfeln. Der frische Kaffee tropft direkt auf die Eiswürfel und kühlt sofort ab. Die sofortige Abkühlung stoppt die extraktion und reduziert Bitterkeit.
Cold Drip / Dutch Drip
Als Alternative läuft kaltes Wasser tröpfchenweise durchs Kaffeemehl. Die methode nennt man cold drip oder dutch drip. Sie bietet ein sehr klares, konzentriertes Profil und eignet sich für Experimentierfreudige.
- Auf den Punkt: Unterschied cold brew vs. Eiskaffee betrifft Temperatur, Geschwindigkeit und Sensorik.
- Wann wählen? Vorrat und maximale Milde: cold brew. Schnell & sanft: Ice Brew. Technik-Fans: Cold Drip/Dutch Drip.
„Temperatur und Zeit bestimmen, was dein Glas am Ende schmeckt.“
Herkunft und Geschichte: Vom 17. Jahrhundert bis zum Trendgetränk heute
Historisch beginnt die Geschichte im 17. Jahrhundert, mit Schiffen, Türmen und langsamer Tropfkunst.
Im 17. jahrhundert nutzten niederländische Seefahrer kalte Extraktion, um kaffee ohne offene Flamme haltbar zu machen. Diese praktische Art der Aufbewahrung half auf langen Fahrten.

Kyoto-Style und maritime Wurzeln
Parallel entstand in Japan der berühmte Kyoto-Style: filigrane Türme, in denen wasser tröpfchenweise stundenlang durch Kaffeemehl läuft.
Diese Technik gilt als frühe Form von cold drip und dutch drip. Sie beeinflusst noch heute die kunstvolle Seite der kaffeezubereitung.
Weg in die Moderne
In den letzten Jahrzehnten professionalisierten Coffeeshops in den USA das Getränk und machten es zum globalen Trend.
- Du erfährst, woher kommt die Methode historisch.
- Du siehst, wie Handel und Technik die heutige art der Zubereitung prägten.
- Bestimmte kaffeesorten aus Brasilien, Kolumbien oder Äthiopien zeigen im Kaltaufguss besondere Nuancen.
„Die Geschichte erklärt, warum es heute von pragmatischen Reise-Setups bis zur filigranen Tropfapparatur viele Stile gibt.“
Fazit: Der historische Beitrag verbindet praktische Erfindung mit ästhetischer Kunst. So ergibt sich die Vielfalt, die du heute im Glas findest.
Geschmack, Extraktion und Koffein: So beeinflussen Zeit und Verhältnis das Ergebnis
Mit wenigen Parametern steuerst du deutlich, wie dein Getränk schmeckt. Die kalte extraktion löst Säuren und Bitterstoffe langsamer. Dadurch wirkt das Ergebnis oft milder und süßlicher.

Säure- und Bitterstoffarmut
Bei niedriger Temperatur gehen säurebildende Verbindungen langsamer ins wasser über. Du merkst weniger Schärfe und mehr harmonische Noten.
Helle kaffeesorten bringen fruchtige Akzente, dunklere kaffeebohnen zeigen eher schokoladig-nussige Töne. Im cold drip kannst du diese Unterschiede sehr klar herausarbeiten.
Koffein: Abhängig von Verhältnis, Zeit und Portion
Koffeingehalt hängt vom verhältnis von kaffee zu wasser, den stunden Ziehzeit und der Portionsgröße ab. 450 ml können etwa 200 mg enthalten, 200 ml Filterkaffee rund 90 mg — Werte variieren stark.
- Mehr Kaffee im Verhältnis: Intensiveres Ergebnis und mehr Koffein.
- Längere Ziehzeit: Stärkere Extraktion, aber nicht automatisch mehr Bitterkeit.
- Wasserqualität: Mittlere Härte und konstante Temperatur liefern reproduzierbare Resultate.
Notiere dein Verhältnis, die Ziehzeit und die Bohnen — so findest du schnell dein Lieblingsprofil.
Servieren und Variationen: Cold Brew pur, mit Milch, Sirup, Sprudel oder Nitro
Mit wenigen Handgriffen bringst du Vielfalt ins Glas und findest deine Lieblingsmischung. Das Getränk funktioniert pur, auf Eis oder als cremige Variante mit Milch und pflanzlichen Alternativen.

Pur, auf Eis oder mit Milchalternativen
Serviere das Getränk klassisch im Glas mit Eiswürfeln für Frische. Für eine samtige Note mischst du mit Milch oder Hafermilch.
Tipp: Probiere unterschiedliche Milchsorten, um Cremigkeit und Süße anzupassen.
Nitro: samtige Textur und natürliche Süße
Nitro Cold Brew wird mit Stickstoff versetzt und direkt ins Glas gezapft. Das Ergebnis ist dicht, cremig und leicht süßlich.
Meist serviert man Nitro ohne zusätzliche Milch oder Zucker, da die Textur schon reich wirkt.
Konzentrat als Basis: mischen, dosieren, variieren
Ein Konzentrat (z. B. 1:2) gibt dir Flexibilität. Mische es 1:1 bis 1:3 mit Wasser oder Milch, je nach gewünschter Stärke.
| Servierart | Empfehlung | Verhältnis / Note |
|---|---|---|
| Pur im Glas | klar, aromatisch | direkt, ohne Zusatz |
| Mit Milch | cremig, vollmundig | 1 Teil Konzentrat : 2–3 Teile Milch |
| Mit Sprudel | erfrischend, prickelnd | 1:1 Konzentrat : Sprudel, nach Geschmack |
| Nitro | seidig, wenig Zucker | aus dem Zapfhahn ins Glas |
Für Gäste richte ein Tablett mit Sirup, Zesten und Tonics. Mehrere kaffeegetränke lassen sich so schnell variieren. Weitere Anregungen findest du in diesem Beitrag über alles andere als kalter Kaffee.
„Wähle Bohnen mit Schoko- oder Nussnoten, wenn du cremige Varianten bevorzugst.“
Fazit
Am Ende zählt: Geduld bei der Extraktion zahlt sich in klaren aromen und einem milden ergebnis aus. Mit kaltem wasser über viele Stunden erhältst du einen sanften cold brew, den du gern als Vorrat nutzt.
Dokumentiere Ratio, Ziehzeit und Bohnen — so reproduzierst du dein Lieblingsprofil. Im kühlschrank bleibt das ergebnis etwa eine Woche frisch.
Du kannst zwischen trinkfertigem Konzentrat oder fertig gemischtem Cold Brews wählen. Die einfache zubereitung erfordert vor allem Zeit, liefert aber maximalen Geschmack.
Dieser beitrag zeigt dir den Weg, damit du Cold Brew zubereiten lernst und den klaren unterschied zu anderen Kaffeevarianten erkennst.